Projekt- und Portfoliomanagement

Anwendungsbeispiele Terminrechnung

Information

  • Zur Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren auf die Terminrechnung folgen einige Anwendungsbeispiele.

Hinweise

  • Sofern nichts anderes beschrieben ist, basieren die gezeigten Beispiele auf den Einstellungen der Standard-Installation mit

    • Aktive Heutelinie = Nein

    • linearen Belastungskurve (= das Datenfeld Bel.-Kurve ist leer).

    • Planung früh = ja

  • Bei abweichenden Parametereinstellungen können die Ergebnisse entsprechend variieren.

Übersicht und Kurzbeschreibung der Anwendungsfälle:


Terminplanung mit Dauer = 0

Nr.

Anwendungsfall

Ergebnis

1

Vorgang ohne Termine planen

  • Projekt kalkulieren

  • Kalk. Anfangstermin = Heute, wenn Heutedatum aktiv

  • Kalk. Endtermin = Kalk. Anfangstermin

2

Vorgang mit Wunschanfang planen

  • Anfangstermin in Wunsch-AT eintragen

  • Projekt kalkulieren

  • Kalk. Anfangstermin = Wunschanfangstermin

  • Kalk. Endtermin = Kalk. Anfangstermin

3

Vorgang mit Wunschende planen

  • Endtermin in Wunsch-ET eintragen

  • Projekt kalkulieren

  • Kalk. Endtermin = Wunsch-Endtermin

  • Kalk. Anfangstermin = Kalk. Endtermin

4

Vorgang von .... bis .... planen

siehe Anwendungsfälle Dauerorientierte Planung mit Plan-Dauer > 0


Terminplanung mit Dauer > 0

Nr.

Anwendungsfall

Ergebnis

5

Der Vorgang hat eine Durchlaufzeit in Tagen.

  • Eingabe der Tage in Feld Dauer-Rest

  • Projekt kalkulieren

Vorgang wird eingeplant mit:

  • Kalk. Anfangstermin

  • Dauer-Rest = Dauer-Rest

  • Kalk. Endtermin = Anfangstermin + Dauer-Rest

6

Variante: Durchlaufzeit mit definiertem Anfangstermin

  • Eingabe der Tage in Feld Dauer-Rest

  • Anfangstermin in Wunsch-AT eintragen

  • Projekt kalkulieren

Vorgang wird eingeplant mit:

  • Kalk. Anfangstermin = Wunschanfangstermin

  • Dauer-Rest = Dauer-Rest

  • Kalk. Endtermin = Anfangstermin + Dauer-Rest

7

Variante: Durchlaufzeit mit definiertem Endtermin

  • Eingabe der Tage in Feld Dauer-Rest

  • Endtermin in Wunsch-ET eintragen

  • Projekt kalkulieren

Vorgang wird eingeplant mit:

  • Kalk. Endtermin = Wunschendtermin

  • Dauer-Rest = Dauer-Rest

  • Kalk. Anfangstermin = Kalk. Endtermin – Dauer-Rest

8

Der Vorgang hat eine Durchlaufzeit von .... bis .... mit definierten Start- und Endtermin (Ecktermine)

  • Anfangstermin in Wunsch-AT eintragen

  • Endtermin in Wunsch-ET eintragen

  • Projekt kalkulieren

  • Eintrag in Dauer-Rest hat keine Auswirkung, dient aber zum Vergleich oder wird weggelassen

Vorgang wird eingeplant mit:

  • Kalk. Anfangstermin = Wunschanfangstermin

  • Dauer-Rest = Dauer von Wunschanfang bis Wunschende in Arbeitstagen

  • Kalk. Endtermin = Wunschendtermin

  • Eintrag in Dauer-Rest wird durch die Terminrechnung anhand der Wunschtermine überschrieben.

9

Der Vorgang soll verschoben werden, wenn ein Vorgänger sich verschiebt. Durchlaufzeit entweder durch Ecktermine oder Vorgabe in Tagen, Fix = 0

  • Vorgang mit Anfangs- und / oder Endtermin einplanen und / oder Dauer-Rest eintragen

  • Vorgänger mit Vorgang verknüpfen

  • Projekt kalkulieren

  • Vorgang wird eingeplant mit Anfangs-/Endterminen und Dauer-Rest je nach Vorgabe

  • Verschiebung des Vorgängers bewirkt Verschiebung des Vorgangs.

Dauerorientierte Terminplanung mit Ressourcen

Nr.

Anwendungsfall

Ergebnis

10

Termintreue Planung mit mehreren Ressourcen

  • Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Die Dauer-Soll des Vorgangs ist vorgegeben.

  • Einplanungsart = termintreu

  • Die Einplanung erfolgt durch die Terminrechnung entlang der Dauer des Vorgangs.

  • Eine Überlastung wird durch die Terminrechnung nicht vermieden.

  • Überlasten werden angezeigt.

11

Gesamtpuffertreue Planung mit mehreren Ressourcen

  • Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Die Dauer-Soll des Vorgangs ist vorgegeben.

  • Einplanungsart = gesamtpuffertreu

  • Die Einplanung erfolgt durch die Terminrechnung entlang der Dauer des Vorgangs.

  • Eine Überlastung wird durch die Terminrechnung nicht vermieden.

  • Der Puffer von überlasteten Ressourcen wird genutzt, um die evtl. Überlasten zu vermeiden. Reicht der Puffer nicht aus, werden Ressourcen überlastet

  • Ressource 1 mit Überlast: Puffer wird genutzt

  • Ressource 2 ohne Überlast: Beginnt zum frühesten Anfangstermin.

12

Kapazitätstreue Einplanung

  • Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Die Dauer-Soll des Vorgangs ist vorgegeben.

  • Einplanungsart = kapazitätstreu

  • Die Einplanung des Vorgangs durch die Terminrechnung erfolgt ohne Berücksichtigung der Dauer-Soll des Vorgangs.

  • Ressourcen werden nicht überlastet.

  • Der Puffer von überlasteten Ressourcen wird ausgenutzt:

  • Ressourcen werden an arbeitsfreien Tagen nicht eingeplant.

Daueorientierte Terminplanung mit Aufwand > Verfügbarkeit

Nr.

Anwendungsfall

Ergebnis

13

Gesamtpuffertreue Planung mit Aufwand > Verfügbarkeit

  • Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Die Dauer-Soll ist vorgegeben.

  • Die für die gewünschte Dauer erforderliche Kapazität übersteigt die verfügbare Kapazität

  • Einplanungsart = gesamtpuffertreu

  • Die Terminrechnung nutzt vorhandenen Puffer aus.

  • Ist kein Puffer mehr vorhanden, erfolgt die Einplanung am Block zum spätestmöglichen Zeitpunkt.

14

Kapazitätstreue Planung mit Aufwand > Verfügbarkeit

  • Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Die Dauer-Soll des Vorgangs ist vorgegeben.

  • Die für die gewünschte Dauer erforderliche Kapazität liegt über der verfügbaren Kapazität.

  • Einplanungsart = kapazitätstreu

  • Die Terminrechnung nutzt vorhandenen Puffer aus. Dabei wird die Einplanung solange verschoben, bis im Block eingelastet werden kann. Gegebenenfalls wird der Projektendtermin überschritten.

  • Die Ressource wird im Urlaub nicht eingeplant, der Vorgang wird nicht gesplittet

Einplanung der Ressourcen mit Urlaub

Nr.

Anwendungsfall

Ergebnis

15

Ressourcen mit Urlaub, termintreue Planung

  • Ressource mit Urlaub

  • Lineare Belastung

  • Die Urlaubsdauer ist kürzer als die Vorgangsdauer.

  • Einplanungsart = termintreu

  • Die Einplanung erfolgt durch die Terminrechnung im Block.

  • Die Ressource wird von der Terminrechnung im Urlaub nicht eingeplant.

  • An Arbeitstagen wird die Ressource ggf. mit Überlasten eingeplant.

16

Ressourcen mit Urlaub > Vorgangsdauer, termintreue Planung

  • Ressource mit Urlaub

  • Lineare Belastung

  • Die Urlaubsdauer ist länger als die Vorgangsdauer.

  • Einplanungsart = termintreu

  • Die Einplanung erfolgt durch die Terminrechnung vor bzw. spätestens zum Urlaubsbeginn.

  • Der Aufwand wird aufgrund der Nichtverfügbarkeit der Ressource im Urlaub als Überlast ausgewiesen.

  • Liegt der gesamte Vorgang im Urlaub, dann erfolgt die Einlastung zum kalkulierten Anfangstermin des Vorgangs.

17

Gesamtpuffertreue Einplanung mit Urlaub

  • Für eine Ressource wird Urlaub eingetragen

  • Lineare Belastungskurve

  • Die Urlaubsdauer ist kürzer als die Vorgangsdauer.

  • Einplanungsart = gesamtpuffertreu

  • Die Einplanung durch die Terminrechnung erfolgt außerhalb der Urlaubszeit im Block.

  • Vorhandener Puffer wird genutzt. Ist der Puffer aufgebraucht, wird die Ressource durch die Terminrechnung überlastet.

  • Die Ressource wird im Urlaub nicht eingeplant.

  • Die Einplanung wird nicht gesplittet.

18

Kapazitätstreue Einplanung mit Urlaub

  • Für eine Ressource wird Urlaub eingetragen

  • Lineare Belastungskurve

  • Die Urlaubsdauer ist kürzer als die Vorgangsdauer.

  • Einplanungsart = kapazitätstreu

  • Die Einplanung erfolgt durch die Terminrechnung außerhalb der Urlaubszeit im Block.

  • Die Ressource wird im Urlaub nicht eingeplant.

19

Rückmeldung im Urlaub

  • Einem Vorgang sind mehrere Ressourcen zugeordnet.

  • Eine Ressource ist über die komplette Vorgangsdauer im Urlaub, meldet jedoch Ist-Stunden zurück.

  • Die Einplanung der Ressourcen ohne Urlaub erfolgt durch die Terminrechnung gemäß den Standardvorgaben.

  • Die Ressource, die während des Urlaubs zurückgemeldet hat, wird auf den ersten Arbeitstag nach der Rückmeldung eingeplant.

  • Gegebenenfalls wird die Ressource überlastet.

20

Vorgang mit einer Ressource


  • Die Ressource ist vom Beginn bis zum Ende des Vorgangs im Urlaub

  • Einplanungsart = termintreu, kapazitätstreu oder gesamtpuffertreu

  • Lineare Belastungskurve (Bel.-Kurve leer)

  • Die Ressource steht während der gesamten Vorgangslaufzeit nicht zur Verfügung

  • Die Terminrechnung plant den gesamten Restaufwand auf den ersten Tag der Vorgangslaufzeit

  • Je nach Belastungsart ergibt sich folgendes Verhalten:

    • BLD (Belastung ist Ist-Aufwand/Max. Bel./Tag): Es wird nur bis zur maximalen Tagesbelastung eingeplant. Der Rest bleibt unbearbeitet.

    • CAP (kapazitätstreu): Der gesamte Restaufwand wird eingeplant → dies führt zu starker Überlastung am ersten Tag


Wunschterminorientierte Terminplanung mit Ressourcen

Nr.

Anwendungsfall

Ergebnis

21

Gesamtpuffertreue Planung mit Wunsch-Ende und Fixierung = 0

  • Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen.

  • Die Dauer-Soll ist vorgegeben.

  • Wunsch-Ende auf einen Vorgang

  • VG-Parameter Fixierung = 0

  • Der Urlaub einer Ressource ist kürzer als der Vorgang.

  • Einplanungsart = gesamtpuffertreu

  • Die Einplanung des Vorgangs erfolgt durch die Terminrechnung auf das Wunsch-Ende.

  • Durch die Einstellung Fixierung = 0 wird das Wunsch-Ende bei Bedarf überschritten.

  • Keine Berücksichtigung von Puffer und gegebenenfalls Überlast, da durch Eingabe eines Wunsch-Endes eine termintreue Einlastung erfolgt.

  • Es erfolgt keine Verschiebung des Vorgangs.

21.1

Gesamtpuffertreue Planung mit Wunsch-Ende und Fixierung = 1

  • Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Die Dauer-Soll ist vorgeben.

  • Wunsch-Ende auf Vorgang

  • VG-Parameter Fixierung = 1

  • Einplanungsart = gesamtpuffertreu

  • Die Einplanung des Vorgangs erfolgt durch die Terminrechnung auf das Wunsch-Ende.

  • Durch die Einstellung Fixierung = 1 wird das Wunsch-Ende gehalten und termintreu eingelastet.

  • Puffer und Überlasten werden nicht berücksichtigt.

  • Es erfolgt keine Verschiebung des Vorgangs.

21.2

Gesamtpuffertreue Planung mit Wunsch-Anfang auf der Ressourcenzuordnung
Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Die Vorgangs-Einplanung erfolgt ab Projekt Wunsch-Anfang bzw. ab HEUTE.

  • Der letzte Vorgang wird spätestmöglich, also auf das Wunsch-Ende des Projekts eingeplant.

  • Der Wunsch-Anfang auf letztem Vorgang kann wegen Planung früh = N nicht gehalten werden.

22

Kapazitätstreue Planung mit Wunsch-Ende und Fixierung = 1
Vorgang mit mehreren Vorgangsressourcen

  • Durch den Parameter Fixierung = 1 wird der Vorgang termintreu eingelastet.

  • Der Vorgang wird nicht verlängert oder verschoben. Es treten ggf. Überlasten auf.

23

Termintreue Planung eines Vorgangs mit

Vorgänger, Wunsch-Anfang und Fixierung = 0


  • Für eine Ressource wird Urlaub eingetragen

  • Lineare Belastungskurve

  • Die Urlaubsdauer ist kürzer als die Vorgangsdauer.

  • Vorgang mit Vorgänger und Wunsch-Anfang, Fixierung = 0 ein

  • Einplanungsart = termintreu

  • Der Vorgang beginnt nicht zum Wunsch-Anfang, sondern nachdem der Vorgänger beendet ist.

  • Der Urlaub der Ressource wird berücksichtigt.

24

Gesamtpuffertreue Einplanung eines VG mit

Vorgänger, Wunsch-Ende und Fixierung = 0


  • Für eine Ressource wird Urlaub eingetragen

  • Lineare Belastungskurve

  • Die Urlaubsdauer ist kürzer als die Vorgangsdauer.

  • Vorgang mit Vorgänger und Wunsch-Anfang

  • VG-Parameter Fixierung = 0

  • Einplanungsart = gesamtpuffertreu

  • Der Vorgang beginnt nicht zum Wunsch-Anfang, sondern nachdem der Vorgänger beendet ist.

  • Der Urlaub der Ressource wird berücksichtigt.

  • Puffer wird nicht ausgenutzt, da ein Vorgang mit Termin automatisch immer termintreu eingelastet wird.

25

Kapazitätstreue Einplanung eines VG mit

Vorgänger, Wunsch-Ende und Fixierung = 0


  • Für eine Ressource wird Urlaub eingetragen

  • Lineare Belastungskurve

  • Die Urlaubsdauer ist kürzer als die Vorgangsdauer.

  • Vorgang mit Vorgänger und Wunsch-Ende

  • VG-Parameter Fixierung = 0

  • Einplanungsart = kapazitätstreu

  • Der Vorgang endet nicht automatisch zum Wunsch-Ende, sondern beginnt, nachdem der Vorgänger beendet ist.

  • Der Urlaub der Ressource wird berücksichtigt.

  • Puffer wird nicht ausgenutzt, da ein Vorgang mit Termin automatisch immer termintreu eingelastet wird.

Terminplanung mit Rückmeldung

26

Kalk. Anfang bei Rückmeldung mehrerer Vorgangsressourcen

  • Einplanung mehrerer Ressourcen auf einen Vorgang und Rückmeldung von Stunden:

  • wie geplant

  • früher als geplant

  • später als geplant

  • Die Ressourcen werden durch die Terminrechnung mit ihrem Restaufwand ab dem VGR Ist-Anfang eingeplant.

  • Ist der Tag nach dem Ist-Anfang kein Arbeitstag, wird die Ressource am nächsten Arbeitstag eingeplant.

  • Gegebenenfalls wird die Ressource überlastet.